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Wenn sich alles leer anfühlt, über innere Leere und Sinnlosigkeit

  • Autorenbild: yvonnebuttet
    yvonnebuttet
  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit
Wenn sich alles leer anfühlt

Manchmal ist da kein akuter Schmerz.

Keine starke Angst.

Keine Traurigkeit, die fliesst.


Stattdessen ist da Leere.

Ein Gefühl von innerer Distanz, Sinnlosigkeit oder Gleichgültigkeit.

Als wäre man da, aber nicht wirklich verbunden.


Viele Menschen haben grosse Schwierigkeiten, dieses Erleben in Worte zu fassen.

Und noch mehr haben Angst davor, weil Leere sich falsch anfühlt, beunruhigend, schwer greifbar.


Doch psychologisch betrachtet ist Leere kein Zustand des Nichts.

Sie ist ein Signal.


Was innere Leere bedeutet


Innere Leere entsteht selten plötzlich. Sie ist oft das Ergebnis von:


  • langem Funktionieren

  • unterdrückten Gefühlen

  • übergangenen Bedürfnissen

  • chronischer Anpassung

  • emotionaler Überforderung


Wenn Gefühle über längere Zeit keinen Raum bekommen, schaltet das innere System auf Sparmodus. Nicht aus Schwäche, sondern aus Schutz. Leere ist häufig ein Zeichen davon, dass das Nervensystem sagt: „Es ist gerade zu viel.“


Warum Leere sich oft wie Sinnlosigkeit anfühlt


Sinn entsteht durch Verbindung:


  • zu sich selbst

  • zu anderen

  • zu Werten

  • zu Bedeutung


Wenn diese Verbindung unterbrochen ist, wirkt das Leben leer, selbst wenn äusserlich alles „stimmt“. Viele Betroffene sagen:


  • „Ich weiss gar nicht mehr, was ich will.“

  • „Nichts berührt mich wirklich.“

  • „Ich funktioniere nur noch.“

  • „Ich habe Ziele, aber sie fühlen sich leer an.“


Die Sinnlosigkeit ist dabei nicht die Ursache, sondern die Folge der inneren Abkopplung.


Leere ist kein Versagen, sie ist ein Übergang


In der Psychologie wird Leere oft als Zwischenzustand verstanden. Ein Zustand, der entsteht, wenn alte Strategien nicht mehr tragen, aber neue noch nicht verfügbar sind. Das ist unbequem, aber nicht krankhaft. Leere zeigt oft an:


  • Etwas Altes passt nicht mehr

  • Etwas Neues ist noch nicht spürbar

  • Die innere Ausrichtung braucht Zeit


Warum Aktivität allein nicht hilft


Viele versuchen, Leere mit:


  • Ablenkung

  • Leistung

  • Optimierung

  • neuen Zielen

  • mehr Tempo


zu füllen. Doch Leere lässt sich nicht „auffüllen“. Sie möchte verstanden werden. Je mehr man sie übergeht, desto stabiler wird sie.


Was hilft, wenn sich alles sinnlos anfühlt


1. Leere nicht bewerten

Leere ist kein Fehler. Sie ist ein Zustand, der Aufmerksamkeit braucht.


2. Den Körper wieder einbeziehen

Leere ist oft eine Form von Dissoziation. Körperwahrnehmung, Atmung, langsame Bewegung können helfen, wieder Kontakt aufzunehmen.


3. Kleine Sinnmomente zulassen

Sinn entsteht nicht immer aus grossen Lebensfragen. Manchmal entsteht er aus:


  • einem echten Gespräch

  • einem Moment von Präsenz

  • einer Tätigkeit, die sich stimmig anfühlt


4. Erwartungen loslassen

Sinn ist kein Dauerzustand. Er kommt und geht, wie Gefühle.


5. Beziehung als Schlüssel

Innere Leere heilt selten allein. Gesehen zu werden, ohne etwas leisten zu müssen, wirkt regulierend.


Wann Unterstützung wichtig ist


Wenn Leere:


  • über längere Zeit anhält

  • mit Rückzug verbunden ist

  • den Alltag stark beeinträchtigt

  • oder mit Hoffnungslosigkeit einhergeht


dann ist es wichtig, nicht allein damit zu bleiben. Leere bedeutet nicht, dass nichts da ist,

sondern dass etwas wieder zum Vorschein kommen will.


Fazit


Innere Leere ist kein Endzustand. Sie ist ein Hinweis darauf, dass etwas Wesentliches lange keinen Raum hatte. Sinn lässt sich nicht erzwingen, aber er kann wieder entstehen,

dort, wo Verbindung, Ehrlichkeit und Zeit erlaubt sind. Und manchmal beginnt Sinn nicht mit Antworten, sondern mit dem Mut, die Leere ernst zu nehmen.

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