Wenn sich alles leer anfühlt, über innere Leere und Sinnlosigkeit
- yvonnebuttet

- vor 1 Tag
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Manchmal ist da kein akuter Schmerz.
Keine starke Angst.
Keine Traurigkeit, die fliesst.
Stattdessen ist da Leere.
Ein Gefühl von innerer Distanz, Sinnlosigkeit oder Gleichgültigkeit.
Als wäre man da, aber nicht wirklich verbunden.
Viele Menschen haben grosse Schwierigkeiten, dieses Erleben in Worte zu fassen.
Und noch mehr haben Angst davor, weil Leere sich falsch anfühlt, beunruhigend, schwer greifbar.
Doch psychologisch betrachtet ist Leere kein Zustand des Nichts.
Sie ist ein Signal.
Was innere Leere bedeutet
Innere Leere entsteht selten plötzlich. Sie ist oft das Ergebnis von:
langem Funktionieren
unterdrückten Gefühlen
übergangenen Bedürfnissen
chronischer Anpassung
emotionaler Überforderung
Wenn Gefühle über längere Zeit keinen Raum bekommen, schaltet das innere System auf Sparmodus. Nicht aus Schwäche, sondern aus Schutz. Leere ist häufig ein Zeichen davon, dass das Nervensystem sagt: „Es ist gerade zu viel.“
Warum Leere sich oft wie Sinnlosigkeit anfühlt
Sinn entsteht durch Verbindung:
zu sich selbst
zu anderen
zu Werten
zu Bedeutung
Wenn diese Verbindung unterbrochen ist, wirkt das Leben leer, selbst wenn äusserlich alles „stimmt“. Viele Betroffene sagen:
„Ich weiss gar nicht mehr, was ich will.“
„Nichts berührt mich wirklich.“
„Ich funktioniere nur noch.“
„Ich habe Ziele, aber sie fühlen sich leer an.“
Die Sinnlosigkeit ist dabei nicht die Ursache, sondern die Folge der inneren Abkopplung.
Leere ist kein Versagen, sie ist ein Übergang
In der Psychologie wird Leere oft als Zwischenzustand verstanden. Ein Zustand, der entsteht, wenn alte Strategien nicht mehr tragen, aber neue noch nicht verfügbar sind. Das ist unbequem, aber nicht krankhaft. Leere zeigt oft an:
Etwas Altes passt nicht mehr
Etwas Neues ist noch nicht spürbar
Die innere Ausrichtung braucht Zeit
Warum Aktivität allein nicht hilft
Viele versuchen, Leere mit:
Ablenkung
Leistung
Optimierung
neuen Zielen
mehr Tempo
zu füllen. Doch Leere lässt sich nicht „auffüllen“. Sie möchte verstanden werden. Je mehr man sie übergeht, desto stabiler wird sie.
Was hilft, wenn sich alles sinnlos anfühlt
1. Leere nicht bewerten
Leere ist kein Fehler. Sie ist ein Zustand, der Aufmerksamkeit braucht.
2. Den Körper wieder einbeziehen
Leere ist oft eine Form von Dissoziation. Körperwahrnehmung, Atmung, langsame Bewegung können helfen, wieder Kontakt aufzunehmen.
3. Kleine Sinnmomente zulassen
Sinn entsteht nicht immer aus grossen Lebensfragen. Manchmal entsteht er aus:
einem echten Gespräch
einem Moment von Präsenz
einer Tätigkeit, die sich stimmig anfühlt
4. Erwartungen loslassen
Sinn ist kein Dauerzustand. Er kommt und geht, wie Gefühle.
5. Beziehung als Schlüssel
Innere Leere heilt selten allein. Gesehen zu werden, ohne etwas leisten zu müssen, wirkt regulierend.
Wann Unterstützung wichtig ist
Wenn Leere:
über längere Zeit anhält
mit Rückzug verbunden ist
den Alltag stark beeinträchtigt
oder mit Hoffnungslosigkeit einhergeht
dann ist es wichtig, nicht allein damit zu bleiben. Leere bedeutet nicht, dass nichts da ist,
sondern dass etwas wieder zum Vorschein kommen will.
Fazit
Innere Leere ist kein Endzustand. Sie ist ein Hinweis darauf, dass etwas Wesentliches lange keinen Raum hatte. Sinn lässt sich nicht erzwingen, aber er kann wieder entstehen,
dort, wo Verbindung, Ehrlichkeit und Zeit erlaubt sind. Und manchmal beginnt Sinn nicht mit Antworten, sondern mit dem Mut, die Leere ernst zu nehmen.



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