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Grenzen setzen - Warum sie kein Egoismus sind, sondern Selbstachtung

  • Autorenbild: yvonnebuttet
    yvonnebuttet
  • 8. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit
Grenzen setzen

Grenzen zu setzen fällt vielen Menschen schwer. Nicht, weil sie es nicht könnten, sondern weil sie gelernt haben, dass Anpassung sicherer ist als Klarheit. Viele spüren sehr genau, wann etwas zu viel wird. Und sagen trotzdem nichts. Aus Angst vor Konflikten, Ablehnung oder Schuldgefühlen. Doch Grenzen sind keine Mauern. Sie sind Orientierung, für uns selbst und für andere.


Was Grenzen psychologisch bedeuten


Psychologisch gesehen sind Grenzen die Fähigkeit, zwischen dem Eigenen und dem Fremden zu unterscheiden:


  • Was gehört zu mir?

  • Was gehört zu dir?

  • Wo endet meine Verantwortung?

  • Wo beginnt deine?


Menschen mit gesunden Grenzen haben nicht weniger Empathie, sie haben mehr innere Klarheit. Grenzen schützen:


  • unsere Energie

  • unsere emotionalen Ressourcen

  • unsere Identität

  • unsere Beziehungen


Warum Grenzen setzen oft so schwerfällt


1. Angst vor Ablehnung

Viele Menschen verknüpfen Nähe mit Anpassung. Grenzen wirken dann wie ein Risiko: „Wenn ich Nein sage, verliere ich die Verbindung.“


2. Schuldgefühle

Besonders Menschen, die früh Verantwortung übernommen haben, erleben Grenzen als „unfair“. Dabei sind sie notwendig.


3. Alte Rollen

Wer immer der/die Verständnisvolle war, hat oft verlernt, sich selbst mitzudenken.


4. Verwechslung von Harmonie und Gesundheit

Nicht jeder Konflikt ist ein Zeichen von Beziehungsschaden. Manche sind ein Zeichen von Entwicklung.


Was passiert, wenn wir keine Grenzen setzen


Grenzenlosigkeit zeigt sich selten sofort. Sie wirkt schleichend:


  • Erschöpfung

  • innere Unruhe

  • Gereiztheit

  • Rückzug

  • das Gefühl, ausgenutzt zu werden

  • emotionale Distanz


Oft entsteht dann Frust, nicht über die anderen, sondern über uns selbst.


Wie gesunde Grenzen entstehen


1. Eigene Signale ernst nehmen

Grenzen zeigen sich zuerst im Körper:


  • Spannung

  • Müdigkeit

  • Druck

  • Widerstand


Wer diese Signale ignoriert, übergeht sich selbst.


2. Klar kommunizieren – ohne Rechtfertigung

Ein Nein braucht keine lange Erklärung.


  • „Das schaffe ich gerade nicht.“

  • „Das fühlt sich für mich nicht stimmig an.“

  • „Das möchte ich so nicht.“


Klarheit ist respektvoll.


3. Reaktionen aushalten

Grenzen können irritieren, besonders Menschen, die von unserer Anpassung profitiert haben. Unmut ist kein Beweis für falsches Verhalten.


4. Schuldgefühle einordnen

Schuldgefühle bedeuten nicht, dass man etwas falsch macht. Oft bedeuten sie nur, dass man alte Muster verlässt.


5. Grenzen als Beziehungspflege verstehen

Echte Nähe entsteht nicht durch Aufopferung. Sie entsteht durch Authentizität.

Grenzen zeigen, wer wir sind und laden andere ein, uns wirklich kennenzulernen.


Grenzen setzen verändert Beziehungen – aber es zerstört sie nicht


Manche Beziehungen werden klarer, manche tiefer, manche verändern sich und manche dürfen gehen. Das ist kein Verlust, sondern eine natürliche Folge von Selbstachtung.


Fazit


Grenzen setzen heisst nicht, hart zu werden. Es heisst, ehrlich zu werden. Nicht gegen andere, sondern für sich selbst. Und vielleicht ist genau das der Punkt. Grenzen sind kein Abstand zur Welt, sondern der Raum, in dem wir uns selbst wiederfinden.

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